Marthas Widerstand

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, dass mir sehr zu denken gegeben hat.

Titel: Marthas Widerstand
Originaltitel: Cell 7 
Autor/in: Kerry Drewery
Verlag: Lübbe
Erscheinungsdatum: 16. März 2017
Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-8466-0043-6
Einband: gebundene Ausgabe
Preis: 16,00€
Inhalt:
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht (Quelle: Thalia). 

Cover:
Auf dem Cover sieht man ein großes Mädchengesicht mit auffälligen Augen, die einem sofort ins Auge stechen. Was mir an denen so gut gefällt, ist der Ausdruck in ihnen. Obwohl sie gerötet sind und etwas verweint aussehen, strahlen sie trotzdem Stärke und Widerstandskraft aus. Eigentlich bin ich nicht so ein Fan von Gesichtern auf Büchern, aber dieses hier ist definitiv eine Ausnahme. Auch die zentrale Anordnung des Titels finde ich gut. Meiner Meinung nach ist dieses Cover gelungen und passt auch zum Inhalt.

Idee und Umsetzung:
Wo soll ich bloß anfangen? Diese Idee mit der Abstimmung darüber, ob jemand schuldig ist oder nicht, ist der Hammer. Es werden jede Menge Argumente in diesem Buch gebracht, wie sinnvoll so eine Art von Urteilsfällung ist. Aber nicht nur diese Idee ist gelungen, sondern auch die Gestaltung des Grundszenarios. So viele gesellschaftskritische Aspekte, die auch durchaus aktuell sind, wurden hier in die Geschichte eingearbeitet, so dass man anfängt, sich während und auch nach dem Lesen Gedanken über die aktuelle politische Situation zu machen. Die Autorin lässt einen nicht nur die Handlung erleben, sondern bringt dem Leser auch psychologische Aspekte näher.
Für ein gelungenes Buch braucht man aber nicht nur einem guten Einfall, sondern muss diesen auch noch gut umsetzen. Kerry Drewery hat es absolut geschafft, ihre Idee in einem spannenden und mitreißenden Buch zu verpacken. Von dem her passt ohne Zweifel sowohl die Idee, als auch die Umsetzung. 

Schreibstil:
Wenn man anfängst, dieses Buch zu lesen, dann merkt man schnell, dass es durchaus schwerere Kost ist. Man sollte sich dafür Zeit nehmen, um die Ausmaße der geschilderten Situation zu erfassen. Obwohl es tiefgründiger ist als manch anderes Buch, kann man es erstaunlich schnell lesen. Die Autorin hat einen packenden Schreibstil, der einen an die Geschichte fesselt und einen mitfiebern lässt. Zwischendurch hat es sich mal kurz etwas gezogen, aber das war nicht schlimm, denn man hat sehr viele Hintergrundinformationen bekommen.

Zu den Charakteren:
Ich möchte hier nicht zu spezifisch auf die einzelnen Personen eingehen, denn dann würde ich schon viel zu viel verraten und das möchte ich auf keine Fälle.
Martha finde ich sehr mutig und äußerst bewundernswert. Ich habe während des Lesens eine große Empathie für sie entwickelt und leide zusammen mit Martha. Man kann nicht anders, als sie für ihre Tapferkeit zu bewundern, genauso wie für ihre Widerstandskraft und ihre Hoffnung.
Was mir bei ein paar Charakteren aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sie nicht nur als weiß oder schwarz dargestellt werden, sondern mit verschiedene Graustufen beschrieben werden. Dadurch wirken diese Personen "menschlicher". Man entwickelt verschiedene Gefühle für sie und kann sie leichter verstehen, da sie einem selber mehr ähneln. 
Das gilt aber nicht für alle Charaktere. Natürlich gibt es auch einige Charaktere, die einem nur böse vorkommen, gegen die man dann während des Buch eine große Antipathie entwickelt. Beispiele dafür sind meiner Meinung nach beispielsweise die Gründer dieses Systems oder auch Wärter des Gefängnisses.
Zusammenfassend lässt sich, dass sich die Autorin unglaublich viel Mühe beim Kreieren der beteiligten Personen gegeben hat. 

Fazit:
Ein gesellschaftskritisches und gleichzeitig spannendes Buch, das nicht nur für Jugendliche geeignet ist.

Wertung:
5/5 Sternen ⭐️

PS:
Das Buch sollte man echt gelesen haben. Man wird es nicht bereuen!







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